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Reiki für die Fitness

Universelle Lebenskraft, Quelle: Nieve44/La Luz_flickr
Wer glaubt, körperliche Fitness lasse sich einzig durch solch schnöde Aktivitäten wie Fahrrad fahren, joggen, schwimmen oder gar Klimmzüge erreichen, scheint sich schwer getäuscht zu haben. Seitdem zahllose asiatische, philosophisch angehauchte Fitnessformen im Kielwasser der Yoga-Bewegung Einzug in den westlichen Kulturkreis gehalten haben, sind esoterische Fitnessübungen Gang und Gäbe. Rätselhafte Energien fließen durch Raum, Zeit und Körper, durch Bäume, Wurzeln und die nackte Erde. Langgezogene „omms“ und dröhnen durch die Meditationszentren in denen die Teilnehmer im Schneidersitz um eine Topfpflanze sitzen und die Kräfte des Universums auf sich wirken lassen. Das alles verspricht Entspannung, die Förderung des inneren Gleichgewichts, die Loslösung von negativen Energien. Einher mit dieser geistigen Reinigung geht die Stärkung des Immunsystems.
Der letzte Schrei im Reich der esoterischen Leibesübungen ist das japanische Reiki. Durch Handauflegen fließt die „universelle Lebensenergie“, so die Übersetzung des Wortes „Reiki“, in den Körper der Reiki…, ja was? Patienten?Aktiven?Suchenden?
Um das Fließen dieser vom Universum großzügig bereitgestellten Kraft zu ermöglichen bedarf es außer dem Wunsch eben dieses Reikis fließen zu lassen, keiner weiteren Anstrengung oder Konzentration. „Sobald eine Reikipraktizierende sich selbst oder einem anderen Menschen die Hände auflegt, fließt Reiki“, laut einem Artikel der Homepage vitafeel.de.
Tiefe Entspannung, Wärme und teilweise das Aufkommen von lange verborgenen und verkrusteten Gefühlen seien die Folge. Manche Menschen, die in Schwerin wohnen brächen bei eine Reikisitzung in unvermitteltes Lachen aus. Die Frage steht im Raum, ob dieser Ausbruch von Heiterkeit durch die Kraft des Universums hervorgerufen wird, oder ob weniger esoterisch veranlagte Patienten sich angesichts der unfreiwilligen Komik der Zeremonie ein Schmunzeln nicht verkneifen können und so eher einen ausgeprägten Sinn für irdischen Humor, als einen Sinn für kosmische Energiewellen beweisen.